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17. Januar 2024 · Gedicht
Entstanden während meiner Reha. Ein Gedicht über Angst als innere Zersetzung und über eine Gesellschaft, die sich selbst gefangen hält. Es markiert den Punkt, an dem Verdrängung endet und Haltung beginnt.

Die zerfressene Welt

Diese Angst in mir
zerfrisst mein Sein
und dadurch zerfrisst sie
auch meine Welt.

Eine so zerfressene Welt,
dass sie sich nur
in etwas Neues
und Besseres
verwandeln kann.

Wir waren einst freie Menschen
und unsere Physiologie
beschützte uns.

Nun haben wir
aus Habgier
eine Sklaverei erschaffen.
Wir haben uns selbst
zu Geiseln gemacht
und wer sich wehrt
wird bekämpft
von dem,
was wir erschaffen haben.

Nicht wehren
sollten wir uns,
sondern
für etwas sein.

Für was bin ich?
Für die Gemeinschaft
der verlorenen Seelen.

Bild zum Text: Die zerfressene Welt

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